Wie aus einem eigenen Problem 12db entstand
Ich wollte besser für die Amateurfunkprüfung lernen. Also habe ich die Plattform gebaut, die mir selbst gefehlt hat - Konzept, Inhalte, Umsetzung und Distribution aus einer Hand.
31. März 2026 · aktualisiert am 27. August 2026
Das eigentliche Problem
Ich wollte für die Amateurfunkprüfung lernen und fand kein Angebot, das meinen Vorstellungen entsprach. Nicht als Kritiker, sondern als jemand, der damit arbeiten wollte.
Inhalte lagen verteilt. Prüfungsfragen ließen sich üben, aber Lernen, Verstehen und Prüfungsvorbereitung waren nicht als ein Produkt gedacht.
Nach meiner bestandenen Amateurfunkprüfung wollte ich das Lernsystem, das ich für mich selbst entwickelt hatte, in ein Produkt überführen.
Die Grundlage war bereits da: Ich hatte jede BNetzA-Prüfungsfrage recherchiert, strukturiert und inhaltlich aufbereitet.
Nicht nur ein Fragenkatalog
Die naheliegende Lösung wäre ein weiteres Quiz gewesen.
Aber das eigentliche Problem war nicht, Prüfungsfragen anzuklicken. Man sollte verstehen, warum eine Antwort richtig ist, wo die eigenen Schwächen liegen und wie die Themen zusammenhängen.
Deshalb wurde 12db als Lernprodukt gedacht, nicht als Sammlung von Fragen: Akademie, Fragen, Simulation und Werkzeuge greifen ineinander.
Zwei Tage bis zur echten Nutzung
Am 9. Dezember entstand der erste Commit, einen Tag später war die erste Version online. Nicht weil das Produkt fertig war, sondern weil echte Nutzung mehr Erkenntnisse liefert als lange Planung.
Technisch: Python/Flask, MariaDB, Jinja2 und JavaScript.
Entscheidend war nicht der Stack, sondern ein Setup, mit dem Produktentscheidungen schnell umgesetzt werden konnten.
Das erste Produkt




Echte Nutzung
Aus dem frühen MVP wurde ein Produkt, das täglich benutzt wird. Die Zahlen oben zeigen den Umfang. Interessanter ist, was darunter passiert.
Ein Produkt muss gefunden werden
12db wurde nicht nur als Lernplattform aufgebaut. Inhalte, Lexikon und Werkzeuge lösen auch einzelne Probleme und schaffen Einstiegspunkte außerhalb des eigentlichen Lernprodukts. Dadurch entstand organische Nachfrage genau dort, wo Menschen ohnehin nach Antworten suchen.
Inhalte und Funktionen


Community und Fachpresse
12db wurde von Ausbildern empfohlen, auf DARC-Seiten verlinkt und im Fachmagazin FUNKAMATEUR erwähnt.
Feedback aus der Community fließt direkt in die Weiterentwicklung ein.

Was ich daraus gelernt habe
Früh veröffentlichen
Echte Nutzung liefert mehr Erkenntnisse als lange Planung. Die erste Version war einen Tag nach dem ersten Commit online, und erst danach wurde klar, was das Produkt wirklich braucht.
Zuhören
Gute Produktentscheidungen entstehen oft erst im Austausch mit den Menschen, die das Produkt benutzen. Die offene Lizenz CC BY-SA 4.0 und die "Seite verbessern"-Funktion auf jeder Seite gehen auf einen Hinweis aus der Community zurück.
Schnell entscheiden
Wenn Produkt, Inhalte und Umsetzung nah beieinander liegen, können gute Ideen unmittelbar ins Produkt zurückfließen. Der Hinweis zur Lizenz war noch am selben Tag umgesetzt.
Heute lernen dort Menschen für ihre Prüfung
12db begann mit meinem eigenen Problem. Heute absolvieren dort Menschen Prüfungssimulationen, markieren schwierige Fragen, trainieren Morsezeichen und nutzen die Plattform als Nachschlagewerk. Und das Produkt verändert sich weiter - mit jeder Nutzung und jedem Hinweis.
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